Fertighaus

Als Fertighaus wird ein Haus bezeichnet, wenn es industriell vorgefertigt, in Teilen an die Baustelle geliefert und dort endmontiert wird. Das erfordert im Vorfeld einen erhöhten Planungsaufwand, der oft durch Standardisierung aufgefangen wird.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass alle Fertighäuser gleich aussehen, kann so ein Haus wirklich individuell gestaltet werden. Zusammen mit einem Architekten wird das Wunschhaus auf die eigenen Bedürfnisse zurechtgeschnitten und natürlich dem zur Verfügung stehenden Baugelände angepasst. Die einzelnen Herstellerfirmen halten Musterkataloge parat, anhand derer man die grobe Vorauswahl seines Wunschhauses treffen kann.

Vor der Produktion findet die sogenannte "Bemusterung" statt: Man trifft sich, um über die Gestalt der Fassade, Innenausstattung und Dachform zu beraten. Auch das Heiz- und Klimasystem will gut geplant sein. Spätere Änderungen sind bei Fertighäusern etwas aufwändiger als bei von Hand gebauten. Während nun die Fertigbauteile vom Hersteller produziert werden, muss noch das Baugrundstück vorbereitet und ggf. ein Keller ausgehoben werden. Die Bauzeit wird bei größeren Projekten etwa 10 - 12 Wochen betragen.

Fertighaus Haas-Fertigbau

Fertighaus der Firma Haas-Fertigbau
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Andreas Koll

Fertighäuser: Kategorien

Das Bausatzhaus
Bei einem Bausatzhaus werden lediglich die Bauteile vom Hersteller geliefert. Der Bauherr ist anschließend für das Zusammensetzen der einzelnen Teile verantwortlich (Kinderüberraschungs-Haus)

Das Ausbauhaus
Bei einem Ausbauhaus übernimmt der Bauherr lediglich den Innenausbau. Die äußere Hülle (Kinderschokolade) inkl. Dach, Fenster und Putz wird vom Hersteller angeliefert und zusammengeschraubt. Je nach Budget und Fertigkeiten des Bauherrn können verschiedene Stufen des Ausbauhauses gewählt werden. Beispielsweise kann die Montage der elektrischen Leitungen oder das Verlegen der Fliesen Gegenstand der vertraglich vereinbarten Leistungen sein, oder der Bauherr selbst wagt es sich ins Abenteuer zu stürzen. Für einen gelernten Elektriker oder Fliesenleger sicher eine willkommene Möglichkeit, ein bisschen Geld zu sparen. Das Gute dabei ist, dass die benötigten Utensilien vom Hersteller gleich mitgeliefert werden (also z.B. Kabel, Fliesen etc.) und dann vom Bauherren nur noch selbst montiert werden müssen. So spart er sich also auch noch nervige Gänge zum Baumarkt. Ein weiterer Vorteil dieser Variante ist, dass anders als beim Massivhaus von Beginn an kein Regen oder Schnee mehr eindringen kann und man sich mit dem Innenausbau beliebig Zeit lassen kann.

Das schlüsselfertige Haus
Die Faulpelz-Variante: Hier werden alle Arbeiten vom Hersteller selbst ausgeführt. Entweder wird das Haus vor Ort schlüsselfertig gemacht oder schon fertig angeliefert.

Die Vorteile des Fertighauses:

Die Nachteile des Fertighauses:

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