Für den Hausbau braucht man viel Geld. Logisch: Den Löwenanteil kann man über einen Immobilienkredit finanzieren, aber wenigstens ein Minimum an Eigenkapital sollte man besitzen. Wenn man noch nicht unmittelbar vor dem Immobilienerwerb steht, sollte man daher gezielt daran arbeiten, das Vermögen so weit wachsen zu lassen, dass man vom Kreditgeber möglichst unabhängig wird.
Je größer der Anteil an Eigenmitteln, umso niedriger wird logischerweise die Kreditsumme – und umso tragbarer ist die finanzielle Belastung an Zinsen und Tilgung. Mehr noch: Weil für eine Bank z.B. eine Baufinanzierung mit hohem Eigenkapitalanteil mehr Sicherheit bedeutet, hat man in diesem Fall in den Konditionenverhandlungen bessere Karten und kann nicht selten einen Zinsnachlass heraushandeln.
Wer früh beginnt, spart mehr
Die meisten Sparer machen sich bei ihren strategischen Überlegungen vor allem Gedanken um die Suche nach möglichst renditestarken Anlageformen. Das ist zwar richtig, aber noch wichtiger als der Faktor “Rendite” ist der Faktor “Zeit”.
Vor allem bei Sparplänen mit rgelmäßigen monatlichen Sparraten ist die Dauer des Sparens für die Höhe des Endguthabens von entscheidender Bedeutung. Je länger der Sparplan läuft und je höher die regelmäßigen Einzahlungen sind, desto rasanter wächst das Guthabensaldo. Schon bei wenigen Jahren zusätzlicher Laufzeit können dabei stattliche Summen zusammenkommen. Dazu ein Beispiel:
Angenommen, man legt bei einem Zinssatz von vier Prozent pro Jahr monatlich 250 Euro auf die Seite. Wenn man das fünf Jahre lang tut, kommt man auf ein Endguthaben von 16.624 Euro. Entschließt man sich jedoch bereits zwei Jahre früher und spart sieben Jahre lang, kommen am Ende bereits 24.257 Euro zusammen. Zum Vergleich: Um bei gleicher monatlicher Sparrate denselben Betrag in fünf Jahren zu erwirtschaften, müsste die Anlage (allerdings schon wegen der niedrigen Gesamteinzahlung) pro Jahr 18 Prozent Rendite bringen – das wäre nur im allergünstigsten Fall mit hochriskanten Anlageformen und viel Spekulationsglück zu erreichen.
Dank des Zinseszinseffektes wachsen auch kleinere Zinserträge im Laufe der Jahre zu ordentlichen Summen heran. So bringen beispielsweise bei einem Zins von vier Prozent bereits angesparte 2000 Euro einen jährlichen Zinsertrag von 80 Euro. Doch wenn dieser vordergründig geringe Zinsertrag für die folgenden zehn Jahre zum gleichen Durchschnittszins mit angelegt werden kann, wächst am Ende der zusätzliche Gewinn auf 118 Euro. Damit wirkt beim regelmäßigen Sparen der Zinseszins Jahr für Jahr praktisch wie eine zusätzliche Einzahlung.
Dass sich die Spardisziplin am Ende in hohen Erträgen auszahlt, ist nicht der einzige Vorteil, wenn man frühzeitig mit dem Ansparen auf die eigenen vier Wände beginnt. Weil bei einer Baufinanzierung die monatliche Belastung in aller Regel deutlich höher ist, als die bisherige Miete, kann man sich auf diesem Weg gleich daran gewöhnen, dass man nicht mehr so viel Geld wie früher zur Verfügung hat. Der Übergang in der Finanzplanung zu Beginn der Finanzierungsphase wird dadurch wesentlich vereinfacht.
Nun sollte man sich darüber informieren, welche Anlageformen als Ansparweg zur Verfügung stehen. Beachten sollte man dabei: Nicht jedes Finanzprodukt, das für andere Anlagezwecke wie die frei verfügbare Rücklage oder den langfristigen Vermögensaufbau sinnvoll ist, kann auch die Eignung für das Ansparen auf den Immobilienkauf vorweisen.
Klar ist: Es gibt keine Anlageform, die bei überragender Rendite risikolos und gleichzeitig frei verfügbar ist. Jede Entscheidung, die man bei der Geldanlage trifft, ist ein Kompromiss zwischen den drei Kriterien Rendite, Risiko und Verfügbarkeit. Damit man den Schwerpunkt richtig setzt, sollte man sich zunächst darüber im Klaren sein, welche Anforderungen ein Anlageprodukt beim Ansparen auf das Wohneigentum erfüllen muss:
- Die Anlageform sollte zu einem planbaren Zeitpunkt in voller Höhe verfügbar sein.
- Das Verlust- oder Wertschwankungsrisiko sollte möglichst gering sein, da man eine Auszahlung in verlässlicher Höhe anstrebt.
- Ein Sparplan mit festen monatlichen Raten muss möglich sein, wünschenswert ist die flexible Möglichkeit zusätzlicher Einzahlungen.
- Nicht zuletzt sollte natürlich nach Abzug aller Nebenkosten die bestmögliche Rendite erzielt werden, die unter diesen Voraussetzungen realistisch ist.