Das Bauspardarlehen

Wenn sich auf einem bestehenden Bausparvertrag bereits ein ordentliches Guthaben angesammelt hat, können Sie die Inanspruchnahme des Bauspardarlehens in Betracht ziehen. Entscheidend für den kurzfristigen Einbau in die Finanzierung ist jedoch, dass der Vertrag bereits zuteilungsreif ist oder es zumindest in Kürze sein wird.

Mit dem Bauspardarlehen sind sowohl Vorteile wie auch Nachteile verbunden. Zunächst einmal die Vorzüge:

  • Beim Bausparen gibt es günstige Kreditzinsen, die je nach Tarif meist zwischen fünf Prozent und 6,5 Prozent effektivem Jahreszins liegen. Je nach aktuellem Marktzins können Sie möglicherweise günstigere Konditionen als beim Bankdarlehen erhalten.
  • Die Darlehenszinsen sind über die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Das schützt Sie vor unliebsamen Überraschungen auf dem Geldmarkt.
  • Bei der Sicherstellung des Darlehens begnügen sich die Bausparkassen mit dem zweiten Rang im Grundbuch. So müssen Sie auch bei wenig Eigenkapital keinen Zinszuschlag bezahlen.
  • Der Tilgungsanteil ist von Beginn an sehr hoch, sodass ein Bauspardarlehen nach acht bis zwölf Jahren komplett abgezahlt ist.

Allerdings sollte man auch die Kehrseite der Medaille beachten:

  • Der Zuteilungstermin kann nicht garantiert werden. Das erfordert unter Umständen eine mehrmonatige Zwischenfinanzierung.
  • Wegen der kurzen Gesamtlaufzeit ist die Darlehensrate im Vergleich zu Bankdarlehen sehr hoch. Bei einem Kredit von 25.000 Euro (was einer Bausparsumme von 50.000 Euro entspricht) müssen Sie jeden Monat etwa 300 Euro zurückzahlen. Von einer Baufinanzierung ausschließlich per Bauspardarlehen ist daher abzuraten.
  • Die Bausparinstitute kassieren auch bei der Kreditzuteilung hohe Gebühren. Ein bis zwei Prozent des Kreditbetrags als Darlehensgebühr sind keine Seltenheit.

Manche Bausparkassen bieten auch die Komplettfinanzierung an. Das funktioniert folgendermaßen: Sie schließen einen Bausparvertrag über die gesamte Finanzierungssumme ab und überweisen darauf ihre monatlichen Sparraten. Bis zur Zuteilung des Vertrags brauchen Sie jedoch eine Zwischenfinanzierung, für die Sie nur Zins und keine Tilgung bezahlen. Sobald das Bauspardarlehen zugeteilt wird, lösen Sie die Zwischenfinanzierung auf und schulden auf das Bauspardarlehen um. Ihr Vorteil dabei: Sie haben einen festen Zins und eine feste Rate über die gesamte Laufzeit.

Wenn Sie diese Konstruktion mit einem Bankdarlehen vergleichen wollen, haben Sie ein Problem: Durch das gleichzeitige Ansparen und die Zwischenfinanzierung können Sie den Effektivzins nicht richtig vergleichen. Ziehen Sie zum Vergleich ein Bankdarlehen mit gleicher Auszahlungshöhe, gleicher Monatsrate und der Zinsbindung über die gesamte Darlehenslaufzeit heran. Die bessere Variante ist diejenige, mit der Sie früher schuldenfrei werden.

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