Der Ausgabeaufschlag ist ein wichtiger Faktor bei der Anlagestrategie mit Investmentfonds. Wenn man in Fondsanteile investiert, muss man beim Kauf eine Gebühr in Form des Ausgabeaufschlags zahlen – daraus werden in erster Linie die Vertriebsprovisionen für die Fondsverkäufer finanziert. Die Höhe dieser einmalig anfallenden Gebühr ist je nach Fondsgattung und Anbieter unterschiedlich hoch. Bei Geldmarktfonds wird zumeist kein Aufschlag verlangt, da dieses Investment immer sehr kurzfristig ausgelegt und der Verwaltungs- und Vertriebsaufwand praktisch gleich null ist. Bei den meisten Rentenfonds liegt die Spanne zwischen 2,5 und vier Prozent, und Aktienfonds sind üblicherweise mit Aufschlägen zwischen vier und sechs Prozent verbunden.
Alternativ dazu werden auch Fonds ohne Ausgabeaufschlag angeboten. Allerdings wird mit dieser Variante dem Anleger nichts geschenkt: Als Ausgleich für den auf den Ausgabeaufschlag verlangen die Investmentgesellschaften für solche Fonds deutlich höhere Verwaltungsgebühren. Im Vergleich zum klassischen Fonds mit Ausgabeaufschlag liegen die laufenden jährlichen Kosten meist einen Prozentpunkt höher.
Daraus errechnet sich, bei welcher Spardauer sich Fonds mit oder ohne Ausgabeaufschlag lohnen. Als Faustregel gilt: Wer beispielsweise einen Fonds mit fünf Prozent Ausgabeaufschlag wählt, sollte sein Geld darin auch fünf Jahre lang angelegt lassen – bei kürzerer Anlagedauer wäre ein aufschlagfreier Fonds mit höherer Verwaltungsgebühr die günstigere Alternative.
Ein weiterer wichtiger strategischer Gesichtspunkt ist die Höhe des Schwankungsrisikos. Hier gilt als Faustregel: Je länger die Anlagedauer, umso höhere Schwankungsbreiten können in Kauf genommen werden.
Diese Faustregel bezieht sich nicht auf die gesamte Anlagedauer, sondern auf den bis zur geplanten Fälligkeit verbleibenden Zeitraum. Wenn Sie sich im achten Jahr eines zehnjährigen Sparplans befinden, sollten Sie daher Ihr Anlagerisiko auf die restlichen zwei Jahre Laufzeit abstimmen.
Daraus resultiert sinnvollerweise die Strategie, im Laufe des Sparplans das Anlagerisiko schrittweise zu reduzieren. Würde man das nicht tun, könnten daraus erhebliche Risiken entwachsen. So wäre es strategisch falsch, bei einer geplanten Spardauer von zehn Jahren bis zum letzten Tag allein auf Aktienfonds zu setzen. Wenn zum Zeitpunkt des Immobilienkaufs ein Börsencrash kommen würde, wäre möglicherweise ein wichtiger Teil des Eigenkapitals innerhalb weniger Tage verloren.
Empfehlenswert ist es daher, etwa drei bis fünf Jahre vor dem geplanten Immobilienerwerb mit einer Umschichtung von Aktien- in Rentenfonds zu beginnen. Dies muss nicht zwangsläufig zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer einzigen Umschichtungsaktion erfolgen. Sie können auch viertel- oder halbjährlich kleinere Teile Ihres Guthabens “in Sicherheit” bringen. So kann man Kursschwankungen glätten und sich von den kurzfristigen Schwankungen der Aktienmärkte unabhängiger machen.
Vorsicht: Man sollte beim Risiko nicht nur an die Aktienmärkte denken. Auch Währungen können teilweise heftig schwanken – und sowohl Aktien- als auch Rentenfonds legen je nach Anlagestrategie einen mehr oder weniger großen Teil ihres Guthabens in fremden Währungen an. Daher sollte man in der Schlussphase durch den Wechsel in Fonds mit den Euro-Ländern als Anlageschwerpunkt auch den Fremdwährungsteil deutlich reduzieren.