Beim Verkaufsgespräch in Sachen Kapitallebensversicherung empfiehlt so mancher Versicherungsvertreter den Abschluss mit dem Hinweis, eine solche Police könne bei einer Finanzierung als Sicherheit eingesetzt werden.
Damit stellt sich die Frage, ob das Versicherungssparen im Zusammenhang mit der Immobilienfinanzierung zu den geeigneten Instrumenten für den Aufbau von Eigenkapital zählt. Die Antwort fällt in den meisten Fällen negativ aus, denn ein Versicherungssparvertrag ist zu langfristig ausgelegt und unflexibel, um einem bei der Immobilienfinanzierung echte Vorteile bringen zu können.
Weil die Spardauer in vielen Fällen zwischen fünf und zehn Jahren liegt, hat man beim Versicherungssparen gravierende Nachteile. Denn beim Einbau in eine Finanzierungsplanung bleiben einem nur zwei Möglichkeiten, die beide jedoch wenig attraktiv sind:
- Man löst die Versicherung vorzeitig auf und lässt sich den Rückkaufswert auszahlen. Dabei büßt man jedoch einen großen Teil der Rendite ein, weil die Versicherung in diesem Fall hohe Gebühren abzieht. Außerdem wird der ohnehin schon magere Gewinn noch durch Ertragssteuern belastet, wenn der Vertrag nicht mindestens zwölf Jahre Laufzeit erfüllt.
- Man führt die Versicherung weiter und tritt den Rückkaufswert als Sicherheit an die Bank ab. Dabei muss man jedoch die Kreditsumme erhöhen, weil man das Guthaben nicht verflüssigen kann. In aller Regel ist aber der Kreditzins, den man bezahlen muss, deutlich höher als die mit einer Versicherung erzielbare Rendite. Je länger die Finanzierung läuft, desto höher ist der Verlust aus dieser Zinsdifferenz.
Fazit: Die Kapitallebensversicherung gehört – auch in Form einer Fondsgebundenen Lebensversicherung – nicht zu den gut geeigneten Mitteln für den Aufbau des Eigenkapitals.