Betongold gilt landläufig als Inflationsschutz. Zum Teil stimmt das auch. Offene Immobilienfonds investieren vorwiegend in Büroimmobilien und sind in der Regel durch die Indexierung der Mietverträge gegen die Geldentwertung abgesichert: Steigt die Inflation, steigen auch die Mieten. Die Wertentwicklung offener Immobilienfonds lag in den vergangenen drei Jahrzehnten im Schnitt mehr als doppelt so hoch wie die Inflationsrate, lautet das Ergebnis einer Analyse des Fondsverbands BVI.
Bei Wohnimmobilien stellt eine Studie des Analysehauses Bulwien Gesa im Auftrag des Wohnungsunternehmens GBW vom April 2009 den Inflationsschutz jedoch generell infrage. Die Untersuchung hat zwar ergeben, dass Mieten und Kaufpreise seit 1975 nur im Süden der Republik stärker als die Teuerungsrate gestiegen sind. Im Norden und Osten galt das aber eben nicht.
Zu beachten ist: Bei Wohnungen entwickelten sich die Kaufpreise stabiler als bei Gewerbeimmobilien. Andererseits gelingt es bei diesen Büroprojekten meist schneller, die Mieten anzupassen – das Risiko von Leerständen ist aber gerade in der Krise mit einzukalkulieren.
Die Wahl der richtigen Lage ist und bleibt für Immobilien essenziell. Generell ist das Preisniveau für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Deutschland im internationalen Vergleich moderat. Denn im Gegensatz zu Ländern wie den USA und Spanien gab es in den vergangenen Jahren keine Blase. Gute Chancen auf Preissteigerungen bestehen vor allem in wirtschaftlich und demografisch dynamischen Regionen. In Hamburg etwa kommt die Bautätigkeit dem Zuzug kaum hinterher. Das macht die Hansestadt zu einem der wertstabilsten Märkte in der Bundesrepublik. Exklusive Wohnungen haben dort 2008 trotz Wirtschaftskrise bis zu 20 Prozent an Wert gewonnen, hat das Immobilienunternehmen Dahler & Company ermittelt. Knapp bleibt Wohnraum auch in München und Frankfurt. In Berlin gibt es zwar mehr als genug einfache Objekte, an guten aber herrscht ein Mangel. Die Preise für hochwertig sanierte Altbauwohnungen nähern sich denen für Neubauten. Das Faible für Altbauten hat einen handfesten wirtschaftlichen Grund: Bei denkmalgeschützten Wohnungen gelten unter bestimmten Voraussetzungen großzügigere Abschreibungsmöglichkeiten als bei anderen Immobilien. Vermieter und Selbstnutzerhaben so die Möglichkeit, die Steuerbelastung zu senken. Aggressive Vertriebe wiederum nutzen dies und preisen solche Objekte als Steuersparmodelle mit Substanzwerten an. Wer leichtfertig zugreift, merkt oft zu spät, dass er zu viel für das mit Stuck verzierte Domizil in schlechter Lage bezahlt hat. Nur eine sorgfältige Recherche schützt vor Reinfällen.
Gute Lagen für Häuser und Wohnungen lassen sich zum Beispiel mit dem Capital-Immobilien-Kompass lokalisieren. Ein paar Mausklicks nur und schon erhält man nützliche Hinweise, ob ein Vermittler den Standort zu Recht anpreist. Bis Ende Mai steigt die Zahl der Städte im Kompass von 100 auf 180, die Preise werden für das laufende Jahr aktualisiert. Das beste Online-Hilfsmittel ersetzt allerdings keine Besichtigungen vor Ort. Sie bleibt für Immobilien-Interessenten Pflicht.